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er muss einfach nur weiterlaufen

Ein Stich in seinem Herz. Er fällt vom Bett, kalter Schweiß klebt auf seiner Stirn, doch was er fühlt ist eine unerträgliche Hitze. Ihm ist klar: Das hier hält er nicht mehr aus. Er muss los, sie suchen. Den Schlüssel mit, den Geldbeutel, und eine für die schon späte Nachtzeit im beginnenden Herbst viel zu dünne Jacke. Er weiß nicht, wohin er gehen soll. Er weiß nicht, wo er anfangen soll mit seiner Suche. Alles was er weiß, ist, dass sie irgendwo da draußen ist. Zehn Jahre ist es her, als er sie zum letzten Mal gesehen hat. Er hat sie noch genau in Erinnerung. Ihr langes Haar, das alles verzauberte, das er, sollte er die Möglichkeit haben, es einmal zu berühren, nie wieder loslassen würde, ihr Gesicht mit den hübschen Augen, in denen er sich nur zu gerne verlor, und ihre Stimme, die ihn die letzten Jahre verfolgte. Kein Augenblick verging, an dem er nicht an sie dachte.

Er weiß nicht, was er sagen soll, sollte er sie wirklich finden. Am Bahnhof angekommen, steigt er in den Zug. Das kalte Licht der Wagonbeleuchtung verursacht einen Schmerz in seinem Bauch. Er muss schlucken. Er lässt sich auf einen leeren Platz fallen, fährt immer weiter, eine unerträgliche Leere in seinem Kopf, doch achtet gut auf die Menschen, die ihm begegnen. Bis zum nächsten Bahnhof, dann in den nächstbesten Zug. Nach fünfeinhalb Stunden Fahrt und unzähligen überfüllten, hektischen Bahnhöfen, in denen er umhergeirrt ist, ständig das kribbelnde Gefühl, sie zu sehen, und die entteuschende Erkenntnis, sich geirrt zu haben, sitzt er wieder da, kraftlos. Sie muss doch zu ihm kommen, sie musste ihn hören, den Schrei der Verzweiflung. Wo ist sie? Und die vielen Stimmen im Rauschen des Zuges sagten es ihm, die Reflexionen im Zugfenster zeigten ihm das Bild. Sie war zu Hause, glücklich, mit einem anderen, während er hier war, allein und verloren. Alles wurde schwarz um ihn. Und aus dem Innersten die Erkenntnis: Das Leben geht nicht weiter.

17.4.07 10:01


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der junge mit dem leeren blick

Jeden Morgen begegne ich ihm, dem Jungen mit dem leeren Blick. Und frage mich, was in so einem Menschen vorgeht, mit einem Blick, irgendwo zwischen Verwirrtheit, Ahnungslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Ist er ein Träumer? Oder hat er es aufgegeben zu träumen? Ist er unfähig zu fühlen? Nein, sein Blick zeugt von starken Gefühlen, die er einmal hatte. Vielleicht möchte er nur einmal weinen, und kann es nicht. Ist er zu jener Erkenntnis gekommen, nach der so viele streben, die jedoch nur sehr wenige erlangen, und hat deshalb aufgehört weiterzumachen, zu kämpfen, zu leben?
Jeden Morgen begegne ich ihm, dem Jungen mit dem leeren Blick, beim Blick in den Spiegel.
17.4.07 10:08


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